Chillout in Westafrika

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Nach St. Louis sind wir etwa 20km weiter nach Süden gefahren, in die sogenannte Zebrabar, ein wunderbares Gelände mit gutem Service von zwei Schweizer Aussiedlern.
Der Campingplatz liegt direkt am Senegal-Fluss. Am anderen Ufer ist eine langezogene Insel, dahinter ist der Atlantik. Dort haben wir ein paar schöne Paddeltouren unternommen und waren dann am menschenleeren Strand. Erst etwa 1km über den Senegal und dann über die 300m breite Insel. Wir haben auch versucht mit einem Zweierkajak im Atlantik zu fahren, aber die Wellen waren doch zu stark für uns ;-)



Atlantik, Landstrichinsel, Senegal, Zebrabar

Ausblick vom Aussichtsturm der Zebrabar

Paddeln auf dem Senegal

Ingo am Meer

Wir am Meer

Hier haben wir zwei Nächte verbracht, nette Leute getroffen, viel Bier getrunken und uns beide einen Sonnenbrand eingefangen.

Anschließend sind wir weiter nach Gambia gefahren, Entfernung etwa 500km, also eigentlich problemlos an einem Tag machbar. Nach einer vergleichsweise unproblematischen Grenzüberquerung sind wir um 18h in Barra angekommen, wo man eine Fähre nehmen muss, um den Gambia-River zu überqueren. Die letzte Fähre fährt um 23h, daher dachten wir 5h vorher da zu sein, sollte ja problemlos aussreichen. Dem war leider nicht so. Insgesamt haben wir 18 Stunden gewartet und schliefen im Auto auf der Hauptstraße in der Warteschlange, um den Platz in der Reihe nicht zu verlieren. Das war ein bisschen stressig, zumal dauernd Leute herumwuselten und uns allerlei Zeug andrehen wollten. Neugierige und bettelnde Kinder pressten ihre Nasen an unsere Autofenster. Es bestand die Möglichkeit die Leute am Einlass zu schmieren und dann ohne Wartezeit auf die Fähre zu dürfen, aber diese Entwicklung wollten wir auch nicht unterstützen. Also warten. Letztendlich sind wir aber gut angekommen…

Ich mag diese Situation eigentlich nicht, dass die Einheimischen zum großen weißen Mann aufblicken, es ist viel schöner den Menschen auf der gleichen Ebene zu begegnen. Das lässt sich oft aber einfach nicht realisieren, wenn man im Auto sitzt und die Menschen drumherum sich nichtmal ein Fahrrad leisten können. Gibt man den bettelnden Kindern Geld, unterstützt man nur die Bettelei, wobei die Leute eher selbst versuchen sollten sich ein Standbein aufzubauen. Oft wird aber auch nach Stiften oder sogar leeren Plastikflaschen gefragt. Sowas gibt man natürlich gerne. Vielleicht lässt sich bei einer späteren Reise die Sache nochmal anders angehen, zum Beispiel mit dem Fahrrad durch Afrika zu reisen…

Danach ging es weiter zu unserem “Kontaktmann” für den Autoverkauf. Hier haben wir das Auto gelassen und das wird jetzt die Tage zu einem guten Preis verkauft. Es deckt zumindest unsere Kosten für die Hinfahrt mit Unterkunft, Essen, Fähre und Sprit. Insgesamt ist also alles super gelaufen.
Gestern Abend waren wir hier (Sukuta in Gambia) in ein paar Kneipen unterwegs und hatten eine gute Zeit.
Wir sind bei Sukuta Camping auf dem Platz und fahren wahrscheinlich morgen mit einer Übernachtfähre zurück nach Dakar, wo am Sonntag unser Flug geht.

Harry frisch gewaschen, poliert und bereit den Besitzer zu wechseln

Viele Grüße,
Valentin


8 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo!
    Das sind ja unglaublich tolle Bilder und schöne Erfahrungsberichte… Da kann ich an meinem Schreibtisch ja nur vor Neid erblassen.
    Ich drück euch die Daumen, dass Harry den gewünschten Preis erzielt, um Vallis Bußgebühren wieder einzuspielen… :)
    Lasst es euch gut gehen!
    Liebe Grüße!

  2. Viola und ich haben heute auch unter Palmen gesessen, Affen und Kamele gesehen und die Sonne genossen. Das alles vor der Tür im Frankfurter Zoo! Kommt wieder- es ist Frühling!!!
    Bis bald, Liliola

  3. HErrlich, da habt ihr ja die letzten Tage nochmal so richtig genossen. Das hört sich alles so toll an. :)
    Dafür war ich grad mit Hermann ne schöne Runde am Main radeln. Schön wenn wieder die Sonne ein bisschen rauschaut.
    Also kann das Bräunen gleich hier in Deutschland weiter gehen…fast :D

    Liebe Grüße

  4. Heee! Toll dass ihr endlich ein Internetcafé gefunden habt! Ich war schon ganz gespannt auf die Bilder. Aber ist euch aufgefallen, dass jedes Foto einen dunklen Streifen an der linken Seite hat? Da ist wohl der Film schon etwas älter? :-D
    Ich sitze hier an meiner Hausarbeit über afrikanische Kunst und ihr könnt alles live erleben, da werd ich fast ein bisschen neidisch. Aber immerhin ist das Wetter hier ebenfalls sonnig.
    Genießt die letzten Tage, esst etwas Scharfes ohne Fleisch für mich mit, macht weiterhin tolle Fotos und passt auf euch auf! Ihr könnt wirklich stolz auf euch sein, dass ihr alles so gut gemeistert habt, das zeugt wohl von guter Vorbereitung.

    In bocca al lupo!
    Baci….
    sarah

    P.S Das Eincremen nicht vergessen!

  5. hey ho,

    klingt echt nach ner wunderschönen tour von euch beiden. hab immer schön alles mitverfolgt, gelesen. wie mans nimmt.
    bei den bildern kann man echt neidisch werden. erinnert mich immer etwas an die zeit letztes jahr in rsa und lesotho =)!

    …so so, der herr war auf dem meer paddeln. biste voran gekommen, oder hattest wieder so das verlangen nur nach einer seite zu fahren; sprich sich im kreis zu drehen ;) .

    habt noch nen schönen letzten tag. hörn uns dann ja am sonntag.

    biba

  6. Ja geilo! Harry sieht wieder blitzeblank aus! Schade, dass er das europäische Festland nicht mehr zu Gesicht …. äh …Kühlergrill bekommen wird. Ihr habt echt was geleistet… Freue mich nächste Woche einen brühwarmen Erfahrungsbericht von Auge zu Auge zu hören :)

    Bei uns ist soweit alles klar… Beste Grüße nach Westafrika!

    Sven

  7. Ich muss sagen, und zum glück, sind meine befürchtungen zu eurer tour unbegründet geblieben. Das beweist wieder einmal, wer sich was traut wird belohnt. Eure vorbereitung zu der tour war wohl 1a. Ich ziehe meinen hut und danke für die einmaligen eindrücke. Lg sascha:)

  8. Super Fotos und interessanter Reisebericht!
    Ich hatte selber mal eine ähnliche Erfahrung gemacht, als ich mit Rucksack durch die Domrep bin. Die Bettelei ist wirklich eine schwierige Sache….aber ich finde es gut, wie Ihr damit umgeht. Was soll man auch machen:-)

    Grüße aus Hamburg:
    LS

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