You’re my heart, you’re my Seoul
In Seoul geht es nun belebter zu. Die ersten Highlights auf dem Weg sind das Robotercafé mit anschließender Robotermassage und der Gang über den Markt, wo wir viele spannende Dinge probieren. Hier kommen eher die Fans von Fleisch und Frittiertem auf ihre Kosten, aber verhungern werde ich nicht. Das, was zunächst aussieht, wie eine Zoohandlung oder ein Meerestiere-Aquarium, entpuppt sich als frische Garküche. Man kann sich direkt aus dem Becken aussuchen, was in den Kochtopf wandern soll. Diesmal fotografieren wir nur, aber insgesamt sind die Kinder sehr experimentierfreudig. Sogar rote Bohnen werden gegessen (als Füllung im noch warmen Dumpling). Nur mit den Werkzeugen umzugehen, müssen beide noch ein bisschen üben. Aber lange Udonnudeln mit Stäbchen zu essen, ist gar nicht so einfach und eine glitschige Angelegenheit. Darum hängen im Restaurant Schürzen zum Ausleihen, um die Kleidung vor Schlürf-Spritzern zu bewahren.




Unsere bisherigen Unterkünfte waren alle sehr sauber. Auch wenn es nicht viel Platz gibt, wird viel Wert auf Ordnung und Reinlichkeit gelegt, das beginnt schon damit, dass die Schuhe keinesfalls in der Wohnung getragen werden und für jeden Slipper am Eingang bereit stehen. Die Kinder amüsieren sich über die Dusche direkt über der Toilette im Mini-Bad. Auch die Straßen sind sauber, aber das ist für uns als Wahlschweizer ja schon normal geworden. Taschendiebe scheint es hier eher weniger zu geben, haben wir vorab gelesen und beobachten, dass die Menschen ihre Wertsachen ziemlich entspannt auf der Parkbank liegen lassen oder die Räder vor dem Supermarkt nicht abschließen. Vielleicht liegt es auch daran, dass es kaum eine Straße ohne Kameraüberwachung gibt.
Nicht nur beim Einkaufen ist die Übersetzungsapp eine große Hilfe, auch wenn manchmal Quatsch dabei herauskommt. „Wo können wir die Pappe entsorgen“, fragen wir den freundlichen Besitzer des ersten Airbnbs, nachdem die Räder wieder zusammengebaut sind. Er spricht ebenfalls in die App und antwortet: „What about Korea?“

Heute ist ein besonderer Tag, der erste der beiden Geburtstage auf der Reise. Valentin sorgt selbst dafür, dass der Tag nur gut werden kann und startet mit einer ausgiebigen Sportsession, während wir drei noch tief schlafen. Als ihm dann die Fitnessuhr ein biologisches Alter von nur 31 (statt 39) Jahren bescheinigt, können wir gemütlich mit Croissants und westlichem Frühstück in den Tag starten. Für Kimchi am Morgen sind wir noch nicht bereit.

Wir versuchen es immer wieder, das entspannte, langsame Reisen. Wenn ich über den heutigen Tag nachdenke, könnten es auch glatt drei gewesen sein, so viele Highlights haben wir in wenigen Stunden bereits von Seoul gesehen. Die Kinder fahren und laufen gut gelaunt mit und so passt es für uns alle, viel zu erleben. Die Stadt mit dem Rad zu erkunden geht schnell und macht Spaß. Auch wenn die Fahrspuren sehr breit sind, nehmen alle Autos Rücksicht, überholen mit viel Abstand und wir fühlen uns sicher.
Vom Gyeongbokgung-Palast (Glückwunsch an alle, die das beim ersten Lesen fehlerfrei aussprechen können) geht es weiter in das traditionelle Bukchon Hanok Viertel. Hier durchwandern wir enge, steile Gassen und besichtigen hübsche Holzhäuser, in denen allerlei Kunsthandwerk vorgeführt wird. Wir fühlen uns wie in eine andere Zeit versetzt, denn fast niemand läuft hier in Alltagskleidung umher, sondern in farbenprächtigen Hanboks. Die leuchtenden Stoffe schimmern in allen Farben, mit Stickereien und weiten Röcken. Für jeden Geschmack und jede Funktion, vom König bis zur Palastwache, gibt es das passende Kostüm zum Ausleihen, sodass der Besuch authentisch wirkt und die Erinnerungsfotos bunt und ausgefallen werden.
Elisas größter Wunsch für heute: ein Katzencafé besuchen. Valentin ist nicht ganz so euphorisch und schlägt einen Deal vor: „Zuerst erklimmen wir noch den Aussichtsberg bis zum N Seoul Tower – dann geht’s zu den Katzen“. Elisa ist zunächst skeptisch, aber sie macht tapfer mit und stapft Schritt für Schritt den Weg hinauf. Als Läufer sind wir fast die Einzigen, viel lieber stellen sich alle in die lange Schlange für die Seilbahn an. Oben angekommen werden wir mit einem weiten Blick über Seoul belohnt, die Hochhäuser glitzern im Abendlicht und die Sonne färbt den Himmel langsam rosa. Wir staunen über die unzähligen bunten Schlösser, die verliebte Paare an die Gitter hängen.
Das belebte Myeong-Dong-Viertel ist ganz schön chaotisch. Leuchtreklamen blinken von allen Seiten, Verkäuferinnen bieten Schneckenschleim und Bleichcreme für den perfekten Teint an. Unsere Unterkunft liegt mitten in der beliebtesten Einkaufstraße und wir tauchen von Kopf bis Fuß ein in die Stadt. In ein paar Tagen wird es vermutlich weniger Auswahl an Lebensmitteln und Cafés geben, also genießen wir noch einmal die Fülle.
Danke Sarah, dass du alles so gut beschreibst!
So kann man doch ein bisschen mitbekommen von der uns so fremden Welt.
Hallo ihr 4, die Millionenstadt Seoul bietet euch für den Start eurer Reise schon viele tolle und besondre Eindrücke, gerne folge ich euch auf eurer Reise, liebe Grüße Marion
Danke für die sehr schönen, spannenden und interessanten Berichte. Viele liebe Grüße Reinhard